Wellpappe statt Kunststoff: Was für den Karton als Verpackung spricht
2.11.2026
Ob Versandkarton, Transportverpackung oder Produktkarton: Bei der Wahl des Verpackungsmaterials geht es heute nicht mehr nur um Preis und Schutz. Kunden, Handelspartner und die neue EU-Verpackungsverordnung fragen zunehmend danach, was mit einer Verpackung nach dem Gebrauch passiert. Hier unterscheiden sich Wellpappe und Kunststoff deutlich. Wir zeigen anhand konkreter Zahlen, wo die Stärken von Wellpappe liegen und wo Kunststoff weiterhin seine Berechtigung hat.


Rohstoff: Holzfasern und Altpapier statt Erdöl
Wellpappe besteht aus Papierfasern, die aus Holz oder zu einem großen Teil aus Altpapier gewonnen werden. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, sofern er aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt. Ein Nachweis dafür ist die FSC®-Zertifizierung: Die SP-Verpackungen GmbH ist unter der Lizenznummer FSC®C186079 zertifiziert.
Kunststoffverpackungen basieren überwiegend auf fossilen Rohstoffen. Rezyklate werden zwar eingesetzt, ihr Anteil ist aber begrenzt. Die PPWR sieht für Kunststoffverpackungen je nach Verpackungsart ab 2030 Mindestanteile an Rezyklat von 10 bis 35 % vor, ab 2040 von 25 bis 65 %.
Recycling: Der Karton ist im Kreislauf etabliert
Der größte Unterschied zeigt sich beim Recycling. In Österreich lag die Recyclingquote von Verpackungen aus Papier, Karton und Wellpappe im Jahr 2024 bei 85 %. Bei Kunststoffverpackungen sieht das Bild anders aus: Österreich lag 2023 laut Eurostat bei 26,9 % und damit unter den Ländern mit den niedrigsten Quoten. Im EU-Schnitt wurden 42,1 % der Kunststoffverpackungsabfälle recycelt.
Der Grund: Gebrauchte Wellpappe lässt sich sortenrein sammeln und in der Papierfabrik wieder zu neuem Papier für Verpackungen verarbeiten. Kunststoffverpackungen bestehen dagegen oft aus unterschiedlichen Polymeren oder Verbunden, was die Sortierung erschwert.
Praxisbeispiel: Ein Maschinenbauer ersetzt die Luftpolsterfolie in seinen Ersatzteilsendungen durch passgenaue Einlagen aus Wellpappe. Der Empfänger entsorgt die gesamte Verpackung danach über eine einzige Altpapier-Fraktion, ohne Trennaufwand.
Gesetzliche Vorgaben: Was die PPWR für Wellpappe bedeutet
Seit 12. August 2026 gilt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) unmittelbar in allen EU-Staaten, für Kunststoff ebenso wie für Wellpappe. Verpackungen müssen recyclingfähig gestaltet sein. Ab 2030 darf der Leerraum in Sammel-, Transport- und E-Commerce-Verpackungen außerdem höchstens 50 % betragen.
Ein wichtiger Unterschied zeigt sich bei den Mehrwegquoten für Transportverpackungen: Kisten aus Pappe oder Karton sind davon ausgenommen. Kartons aus Wellpappe können also weiterhin als Einwegverpackung eingesetzt werden, sofern sie die übrigen Anforderungen erfüllen.
Auf Ebene der Mitgliedstaaten gelten bis 2030 Mindest-Recyclingquoten von 85 % für Papier und Karton sowie 55 % für Kunststoffe. Die SP-Verpackungen GmbH stellt für ihre Wellpappe-Verpackungen eine EU-Konformitätserklärung gemäß PPWR aus. Mehr dazu finden Sie unter PPWR-Produktinformationen.
Wo Kunststoff weiterhin Vorteile hat
Eine ehrliche Bewertung gehört dazu: Bei sehr hoher Feuchtigkeit, flüssigen Gütern oder extrem geringem Gewicht ist Kunststoff oft im Vorteil. Für viele industrielle Anwendungen gibt es jedoch Lösungen aus Wellpappe, etwa nassfeste Qualitäten oder stabile mehrwellige Kartons für schwere Güter.
Fazit: Die passende Verpackung beginnt mit der richtigen Planung
Wellpappe punktet mit Fasern aus Holz und Altpapier, einer in Österreich hohen Recyclingquote von 85 % und einer einfachen Entsorgung beim Empfänger. Wer seine Verpackung umstellen möchte, sollte Maße, Belastung und Versandweg genau definieren. Eine passgenaue Lösung reduziert Füllmaterial und Leerraum, und ab 2030 ist das auch eine Vorgabe der PPWR.
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Ist Wellpappe immer die bessere Wahl als Kunststoff?
Nicht in jedem Fall. Bei Flüssigkeiten oder dauerhaft nasser Umgebung kann Kunststoff sinnvoller sein. Für Versand-, Transport- und Produktverpackungen ist Wellpappe jedoch oft eine gut recycelbare Alternative.
Kann Wellpappe schwere Industriegüter schützen?
Ja. Mehrwellige Qualitäten und passende Einlagen ermöglichen auch den Transport schwerer oder empfindlicher Bauteile.
Wie wird ein Karton aus Wellpappe richtig entsorgt?
Im Altpapier bzw. in der Kartonsammlung. Klebebänder und Etiketten aus Kunststoff sollten nach Möglichkeit entfernt werden.
Gibt es feuchtigkeitsbeständige Wellpappe?
Ja, nassfeste Wellpappe-Qualitäten sind für feuchtere Umgebungen geeignet, etwa bei Kühllagerung.



























